Skippers Geburtstag! Leider leidet er heute morgen höchstselbst unter dem
IPC-typischen Phänomen der K-Schmerzen. "Der Wodka war scheisse gestern.
Heute abend trink ich ´ne Flasche Linie!" Dazu gesellt sich eine bis dato
unbekannte Kreislaufschwäche, die Leibarzt und Typberater Füller aber gekonnt
gegentherapiert. Somit bleibt Zeit für ein herrliches Frühstück an der Sonne
und eine genaue Vorbereitung des heutigen Segelpensums.
14 Uhr. Wir legen tatsächlich noch ab. Alles klappt wie am Schnürchen.
Komisch. Vier bis fünf Windstärken, Reff 3, präziser Abgleich von Landmarken
mit GPS-Daten. So machen's auch die Nerds von der Illbruck. Doppel-Q-Wende an
der Rot-Weissen-Tonne, auf 155° Grad abfallen, Landabdeckung nutzen,
einlaufende Heckbewellung absurfen, raumschots durchsacken lassen. Dann die
Navigationsprüfung: Nach der Schleimündung den Korridor steuerbords neben dem
militärischen Sperrgebiet finden. Die Marines auf dem Schnellboot an Backbord
machen sich ´nen Bunten. Wir rasen dran vorbei. Das Anemöschen II -schnellstes
Boot auf der Ostsee. Sogar zu schnell zum Angeln; B.I.G. packt wieder zusammen.
Ob der vorgerückten Stunde, entschliessen wir uns, den Yachthafen von Damp mit
unserer Gegenwart aufzuwerten. Damp 2000, steingewordener Fortschrittsglaube der
70er Jahre. Mittlerweile zum drittklassigen Rehazentrum für beinamputierte
Kettenraucher und Klassenreise- Main- Event bei mehlhäutigen Ruhrpottkids
durchgereicht. Große Enttäuschung bei der IPC, als wir erfahren müssen, dass
die Disco montags Ruhetag hat. Und dabei hat doch Niedersachsen gerade
Sommerferien!
Commander B.I.G. wird zum hauptamtlichen Koberer benannt, er soll die
Party-Situation ausscouten und notfalls die Chicas direkt in die Hood an Bord
locken. Wir erwarten größere Erfolge als gestern, wo er nach der Begrillung
nur Schorsch, den Schrosch fangen konnte.

Leider entpuppt sich Damp 2002 als absolute Party-Diaspora. Nur die Hafenklause
hat geöffnet. Verdampt. Aber wie es das Schicksal so will, treffen wir
wenigstens auf Anna und Amely. Die beiden langweilen sich auch. Man kommt ins
Plaudern. Und ins trinken.

Zu später Stunde finden sich alle auch an Bord wieder. Den Mädels scheint es
sichtlich zu gefallen. Selbst als unser angeschlagenes Geburtstagskind schon den
Matratzenhorchdienst antreten will, zeigen sich unsere Gäste völlig ungeniert
und springen noch unter Deck ´rum. Irgendwann wird`s der Crew zu bunt. Grenzen
müssen gesetzt werden. Der Plan für Morgen lautet schliesslich: 8 Uhr Wecken,
9 Uhr Ablegen, 13 Uhr Kiel einlaufen, 13.30 WM-Halbfinale auf Großbildleinwand
gucken. Also, die IPC braucht einfach drei Stunden Schlaf, außerdem essen wir
auch zeitig. Ansage ans Weibsvolk: Polonaise ´raus oder sich sofort auf die
vorhandenen Kabinen verteilen. "Wie jetzt?" Antwort: "Wie
wie?" Eindeutiges Kommando, entweder alle ´raus oder ab auf`s Zimmer. So
kehrt schliesslich Ruhe ins Boot ein.