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Nah und fern (Tag 6)
Doku-Tag! Digitale Foto- und Filmkameras ´raus. Können muss für alle
Ewigkeiten und Daheimgebliebenen festgehalten und außerdem das Netz
zugeschissen werden. Aber ach so: Die Tiroler 19 Uhr-Wettervorhersage stimmte
gar nicht. Komisch. Nix Fön und warme Fallwinde. Fetter Schneefall, Sicht über
die Board-Nose hinaus: negativ. Dokumentation damit auch. Dafür Powder!
Leckerste Tiefschneeabfahrten der Galaxy-Class. Die IPC übrigens immer um fünf
nach neun an der Gondel in Ischgl, bei den Gourmetpisten also vor dem ganzen
Skifahrermob am Start. (Prima übrigens, dass wir auch für das Ski-Ticket in
Galtür berappt haben, obwohl wir da nie fahren). Während "Air" Erne
sich gestern noch über gleichzeitiges Auftreten von Tiefschnee, Eisplatte,
planierte Piste und Zeitloch auf nur einem Quadratmeter wundern konnte, heute überall
eine alles abdeckende Pulverschicht ("alles eine Fläche..."). Dass
diese Decke auch ein paar Steinen und Felsbrocken als tückische Tarnkappe
dienen kann, wurde zum kostspieligen Highlight des Tages.
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Ursache für das Desaster waren eindeutig das verhängnisvolle
Zusammenspiel dreier lapidarer Umstände:
1. besagter Neuschnee und die IPC gleichzeitig bei der
Gampenbahn-Abfahrt zu früher Stunde zugegen, d.h. noch keine
signalwirksamen Boarder-Spuren um eventuelle Felsklumpen oder Geröllfelder
herum vorhanden.
2. Geistiges Brandstiftertum des Autors, der nun mal keine
Tiefschnee-Abfahrt auslassen mag und schon immer ein ganz großer Freund
jungfräulicher Schneefelder war.
3. Spektakuläre Charakterstärke und Moral der übrigen Männer, die in
gewohnter IPC-Manier nach anfänglicher Skepsis selbstverständlich für
jeden Scheiss zu haben sind. Gesamtbilanz der Havarie: Vier geschrottet
Boards, davon nur ein Leihbrett, dafür aber das am meisten beschädigte
erst 13 Tage benutzt (Schimming ist vorgefahren und hat immer die großen
Steine "entdeckt"), zwei nur noch stochastisch
funktionierenden Bindungen, eine gerissene Skibrille, blaue Flecken,
Blessuren und ein enorm gesteigertes Selbstbewusstsein bei der gesamten
Reisegruppe. Außerdem ist Lutzens Schal weg. (schmerzlich vermisst bei
apokalyptischen Schneesturm im Sessellift ohne Deckel: "Jetzt ´nen
Schal, Lutz?") Ob nun der "große Service" für 45 Euro
in Downtown I-Town ausreicht, um ein Board wieder geradeaus laufen zu
lassen, bleibt abzuwarten. Ansonsten war's wie immer eine Riesengaudi!
Morgen dann Doku-Tag.
Apropos Doku: Diese noch nie dagewesene Übermittlung an Authentizität
von Freiheit und Abenteuer via Zwischennetz wäre ohne so einen zuverlässigen
wie fleissigen Webmaster wie Ludwig selbstverständlich unmöglich. Die
IPC sagt danke!
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