Ischgl, Du mein Traum (Tag 7)
Letzter Schneetag. Wie schade. Aber zum Trost werden wir nochmal mit Sonne verwöhnt. Trotzdem ist es morgens gar nicht mal so warm im Sessellift. Sogleich melden die Braunschweiger Kollegen irgendwelche Befindlichkeiten an. Zum Schluss darf sich jeder mal unpässlich geben. Mal war die Brille beschlagen, dann drückte der Schuh - hier ´ne verstellte Bindung, da ´ne verstopfte Nase. Aber dennoch ist die Gruppe immer vorbildlich zusammengeblieben, niemand brauchte eine Extraeinladung, keiner war muksch. Durch hervorragende Rahmenbedingungen gab es dazu auch gar keinen Anlass: Feinste Bewohnung, jeden Tag frisch dürchgesaugt und von Frau Pfeiffer, der stilvollen Dame alter Schule, immer mit Kaminholz und Decken versorgt. Professioneller Transfer durch Lagenlutzens Boardermobil, das uns in diesem Leben wohl nicht mehr im Stich lassen wird. Akribische Kartenarbeit durch Globetrotter Björn, von dem im Silvretta Dreiländereck Österreich, Schweiz, Argentinien fast jede Bergkuppe neu vermessen wurde. Desweiteren gab's von Gamaschen-Wolke permanente Erledigung von irgendwelchen Zwischendurch-Drecksarbeiten, wie Abwaschen oder Birnen vorbereiten. Am fettesten aber die tägliche Bekochung durch Edelstahl-Erne. Immer satt und immer soooo lecker. Schliesslich wird Schimming nicht müde werden zu erwähnen, dass die gesamte Einkaufslogistik vom Aufbackbrötchen bis zur letzten Red Horst-Dose von ihm perfekt abgestimmt war und er sich - natürlich in Absprache mit norwegischen Architekturbüros - als Initiator der ganzen Aktion versteht.

 

Und Snowboard gefahren sind wir. Ganz was herrlich. Was von irgendwelchen durchgeknallten Crack-Kids als Religion verstanden wird, dass wird von der IPC mal so eben wegerledigt. Bewegtes Bildmaterial ist noch nicht ausgewertet, falls unsere Moves doch zu sparsam oder unsere Sprünge nur Schnapsglas-hoch ausgefallen sein sollten, muss eben mit Photo-Shop nachbearbeitet werden. Einzige Kritik an Ischgl geht in Richtung des übrigen Publikums: Zu viele Dussel, Nerds, Möchtegern- Poser, zu wenig Löwenzahn und Boarder-Fohlen. Wenigstens konnte Zuckerschnute von der Alp Trida-Hütte für 5-Minuten-Gesprächsstoff sorgen. Befremdlich übrigens auch die Kopf-Mode bei den von uns so beliebten Skifahrern: Lustige Hüte mit aufgenähten Fröschen oder Körperteilen. Außerdem mehr Mützen, die aussehen wie Frisuren, und mehr Frisuren, die aussehen wie Mützen. Na schön, it's Ischgl.