Doppelt hält dreifach! (Tag 5)
Heute ist Wandertag. Wer jetzt an ein Wellness- orientiertes Alternativprogramm zum Snowboarden denkt, hat weit gefehlt. Touren- Snowboarden ist der neue Trend. Die Silvretta-Arena zu Ischgl bietet einem zu diesem Anlass nämlich unglaublich schöne Ziehwege. Da schnallt der geneigte Snowboarder gern mal ab, trägt sein Sportgerät und widmet sich der zarten Anmutigkeit der Tiroler Bergwelt (Flora & Fauna, Ihr wisst schon). Weniger besinnlich natürlich, wenn links die Felswand hoch und rechts der Abhang ´runter geht. Da wird komischerweise automatisch auf 180°-Sprünge und andere Faxen verzichtet und der alte, auswendig zu lernende Notaufnahmen-Spruch zur Rettung von Boarder- oder Motorradklamotten gewinnt schlagartig an Präsents ("Nur an den Nähten aufschneiden!"). Aber egal: An gebückten Abfahrten fehlt's hier ja auch nicht. Es sei nur die abseitige Tiefschnee-Abfahrt über fast 1000 Höhenmeter von gestern erwähnt (war Schimming übrigens nicht alleine). Natürlich kann man sich auf einem Ausflug auch schon mal verlaufen, verfahren, verfransen, zu Beginn seinen Skipass im Appartement vergessen, bei voller Fahrt die Bindung unabsichtlich öffnen , mit dem Gesicht in den Schnee schlagen, sich seine Brille hinterher bringen lassen oder frühzeitig aus dem Schlepplift verabschieden ("Jungs, ich glaub', ich bin ´raus!"). Kann man alles machen.

Genauso wie das Uhrenstellen nach der sich täglich präzise wiederholenden Abfolge der Apré-Ski-Hits in Elisabeths Eis-Bar. Entweder ist der DJ im weissen Rollkragenpullover stark autistisch veranlagt oder er möchte durch konsequente Redundanz im 24-Stunden-Takt seinen eigenen Arbeitsplatz in Frage stellen. Aber so werden wenigstens nicht diese unglaublich schlanken und extrem nabelfreien Gogos überfordert, die eindeutig mehr Zeit und Anstrengung in Bauchmuskeltrainig als in Tanzstunden investiert haben müssen. Aber das ist hier ja auch alles eins.