22-04-03: Highway No. I/ Part II 

Wie alle Dinge im vermeintlichen Paradies Kalifornien hat auch die Übernachtung am Pazifik bei Brandungsrauschen, dick eingepackt in wärmende Decken, ihre Schattenseiten. Es schüttet mal wieder, und dabei zeigt sich Ollis Zelt nicht unbedingt waterproofed. Aber irgendwas ist ja bekanntlich auch immer, und so langsam entledigen wir uns bereits der scheinbar typisch deutschen Eigenschaft, an Allem etwas rumzunörgeln zu haben. Stattdessen fahren wir nach kurzer Katzenwäsche beim local Milchaufschäumer vor, um ein für uns in letzter Zeit typisches Frühstück einzuwerfen: Muffins und Cappuccino. Dieser scheint zusammen mit den anderen Betreibern und Angestellten dieser Aussichtspunkt- Gastronomie so eine Art Spät- 70´ger Bhagwan- Hippie-  Kommune etabliert zu haben, alle haben einen leicht verklärten Blick, jeder hat sich irgendwo eine Blume hingesteckt und alles dauert unheimlich lange. Dafür ist sein Kaffee ein Brett, schwarz und stark, mit echtem Koffein, die Milch mit Fett und nicht Kohlesterhin- frei, Hut ab, Mokka können sie, die Freiliebigen.

Zwischenzeitlich sind unsere Camping- Utensilien soweit durchgetrocknet, dass wir zusammen packen können. Das obligatorische Gespräch mit den Einheimischen kommt dabei natürlich nicht zu kurz:
Hey guys, I’ve heard you’re coming from Germany and I’ve always been a friend of camping stuff “made in Germany”!
Was unsere Zelte denn gekostet hätten, wie viel Ersatzheringe dabei wären und bis zu welcher Temperatur die Überlebensgarantie des Herstellers reichen würde.
Bereitwillig geben wir Auskunft, das momentan etwas angekratzte deutsch- amerikanische Verhältnis könnte durch ein „piss off“ eventuell noch weiter strapaziert werden.
So, Sachen in den Bus, Abflug, wir essen zeitig. Ja, ihnen auch einen schönen guten Tag, Sir, und Grüße an die Frau Gemahlin.

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Der erste Halt des Tages liegt an einem Ruheplatz für weibliche Seelöwen. Nachdem ein Parkranger unser „No, we´re fine, Sir“ als Antwort auf seine Frage nach Informationsbedarf einfach ignoriert (Zwischenfragen sind nicht gestattet, man könnte den Faden verlieren), kennen wir uns 20 Minuten später mit den Bräuchen und Angewohnheiten dieser Gattung bestens aus: Fressen, sich paaren und viel schlafen. Wer sagt´s denn! Wenn jeder bekackte Parkhüter in der Lage ist,  stereotypes Verhalten in der Tierwelt so schnell auf den Punkt zu bringen, fragt man sich natürlich, warum man in den USA der Meinung ist, Charles Darwin mit seiner Evolutions- Theorie sei ein Lügner.

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Nächster Halt, Morro Bay. Billa hat Bedarf an einer Neoprenpelle mit dickerer Haut (doch, normalerweise ist es hier viel wärmer, echt), und der ortsansässige Surf- Dealer veranstaltet gerade einen Outlet.

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Dann Pismo Beach, St. Peter Ording in groß, 35 km befahrbarer Strand. Der ursprüngliche Plan, hier auf Quads umzusteigen (Gregor und Olli wollen den Einheimischen mal die alte hamburger Enduro- Schule näher bringen), wird beim Anblick von höhergelegten und untermotorisierten Kettcars mit Fahrern im Alter zwischen 3 und 12 schnell verworfen. Und so gehen wir die letzte Tagesetappe an, back to LA.

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Zurückgekehrt in die Pension bei Billa wird das restliche Grillgut in der Pfanne verarbeitet, während parallel die Waschmaschine unser Outfit wieder auf Vordermann bringt. Die Aufgabenverteilung klappt bestens, innerhalb kürzester Zeit sind alle satt und riechen wieder gut. Da morgen beidarmiges Banditenreißen in Las Vegas ansteht, geht es zwecks Regeneration der reizüberfluteten Sinne schnell ins Bett. Wir müssen beste Vorraussetzungen schaffen, damit Fortuna uns morgen wohlgesonnen ist.

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