20-04-03: Eitel Sonnenschein

Angekommen in San Francisco, machen wir uns als Erstes auf die Suche nach einer standesgemäßen Unterkunft. Gemütlich, zentral gelegen, günstig und mit guter Parkmöglichkeit sollte sie sein. Obwohl die Beifahrer schon das eine oder andere „Bald sind wir da“-, „Das ist der richtige Highway“-, „Kuck mal dahinten der Ozean“- und „Ich kann San Francisco sehen“- Bier getrunken haben, wird Olli doch beispielhaft durch die Straßenschluchten der Stadt gelotst, und innerhalb kürzester Zeit ist ein Hotel, das unseren Ansprüchen gerecht wird, gefunden und unser Gerümpel ausgeladen.

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Beim Ankunftsbier werden vom Balkon aus erste Kontakte zu einer Reisegruppe im gegenüberliegenden Hotel, welches laut Leuchtreklame der „women’s evangelic youth association” angehört, geknüpft. Die christlichen Damen müssen wohl ob des bevorstehenden Osterfestes in Party- Stimmung sein, man gibt sich freizügig und gewährt uns von nun an durch bewusstes Offenlassen von Gardinen und Rollos tiefe Einblicke in das Hygiene- und Körperpflege- Verhalten. Angewidert wenden wir uns ab und machen uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden.

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Schnell geraten wir in ein Viertel, wo wir die einzigen Weißen auf der Strasse zu sein scheinen. Menschen mit Wollmützen um rauchende Ölfässer und Mülltonen durchstöbernde Obdachlose vermitteln ein wenig ursprüngliche amerikanische Getto- Atmosphäre. Die ganze Sache scheint zu entgleisen, als Olli beim Vorbeigehen an einer kleineren Gruppe von Afro- Amerikanern ein Knüppel zwischen die Beine geworfen wird. Die Sache lässt sch jedoch durch Stehenbleiben, Umdrehen und mit finsterer Mine fixieren aus der Welt schaffen. Keiner weiß, welche Gruppe stärker ist, und so einigt man sich auf ein stummes Unentschieden.

Des Abenteuers für heute überdrüssig, bewegen wir uns fortan nur noch auf belebteren Strassen mit dem Ziel „italienisches Viertel“. Wir genießen feinste Pasta und leckere Kaffee- Köstlichkeiten und kehren zum Abschluss des Abends noch auf einen Wodka, nur Wodka, in einen Club ein. Dass der Eintritt 45 Minuten vor Ladenschluss noch 5 $ beträgt und unser Getränk mit 9,50 $ (pro Glas) zu Buche schlägt, stört uns mittlerweile nicht mehr. Entweder Fortuna wird uns später in Las Vegas wohlgesonnen sein oder aber der Dollar/ Euro- Wechselkurs liegt mittlerweile bei 2 zu 1, irgend etwas wird sich schon ergeben.

So manche neue Erfahrung im Gepäck, finden wir uns gegen 3:00 a.m. in unserer 2- Bett Suite ein, um noch „kurz“ eine Diskussion über den Sinn und/ oder Unsinn dieser Webseite und der IPC im Allgemeinen loszutreten. Man wird sich nicht einig, im Gegentum, leicht verstimmt schlüpft jeder gegen 4:30 a.m. ins Heierbettchen.

Nach verschlafenem Frühstück wird das abgebrochene Gespräch bei Starbucks wieder aufgenommen, und siehe da, am Vorabend noch schier unüberwindbar zu scheinende Meinungsverschiedenheiten sind bei Tageslicht schnell überwunden. Alle haben sich wieder lieb, als Tagesziel wird Alcatraz festgelegt.

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Wir durchqueren Chinatown  mit seinen Fuddel- Läden und nutzen für den Rest der Strecke das „typische“ Verkehrsmittel von SF, das Cablecar. IPC sein heißt eben auch manchmal, unter stinknormalen Touries gar nicht weiter aufzufallen.

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Die Seefahrt nach Alcatraz und der anschließende Besuch des Gefängnisses von Al Capone, George Machine Gun Kelly, Floyd Hamilton  und dem Birdman ist eindrucksvoll, die Bedingungen im Knast scheinen aber gar nicht so wild gewesen zu sein.

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Essen a la Carte, Hausmusik und ein umwerfender Blick aufs Meer sind wohl an der Tagesordnung gewesen, also eher ein ganz lahmer Zock. Der Tag am Hafen klingt zur Happy Hour bei einem Eimer Corona aus.

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Wir machen uns auf den Weg zum Hotel, denn es gilt, noch die Sache mit dem Internet hinzukriegen. Bisher haben wir es nicht geschafft, von unterwegs Berichte abzusetzen, und das wurmt doch ziemlich. Zwischenzeitlich war die Verzweiflung so groß, dass beinahe Ansichtskarten gekauft wurden.

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Als wir unserem Portier das Dilemma schildern, hat der einen Tipp parat. Wir sollten es mal mit Kommasetzung versuchen, das würde Pausen zwischen irgendwelchen Zahlen verlängern. Um nicht weiter ins Detail gehen zu müssen, es haut hin. Wir sind drin, alles ist wieder gut. Und so wird der Rest des Abends genutzt, Erlebtes „zu Papier“ zu bringen. Olli und Gregor verabschieden sich noch kurz auf eine kleine Runde um den Block, um 0:15 a.m. geht ausnahmsweise mal früh das Licht aus.

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Morgen geht’s die Küste runter Richtung Pismo.