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+ 19-04-03:
First
Stop: Sequoia National Park
Wir sind ja
hier in Kalifornien, und bisher haben wir schon jede Menge schöne Sachen
erlebt.
Was aber bis dato richtig gestört hat, ist, dass Gregor immer noch zur Arbeit
musste. Doch das ist jetzt vorbei, Billa hat jetzt auch Ferien, und so können
wir ab heute noch viel schönere Sachen machen!
Geplant ist
eine Camping- Tour durchs Hinterland. Zu diesem Zweck wird erst einmal der Audi
gegen einen VW-Bus getauscht, 3.2 Liter V6, ganz feine Sache. Die Devise „mehr
mitnehmen“ erreicht dadurch eine ganz neue Dimension. Da wir aber gar nicht so
viele Sachen haben, führt unser erster Weg zum Walmart, Dinge kaufen. Hier gibt
es alles, aber das hatte Lutz uns ja schon vorher erzählt. Selbst hochwertigste
Klappmesser zu niedrigsten Preisen, die Olli später bei E- Bay zwecks
Regeneration der strapazierten Finanzen versteigern kann. Und so können wir den
EuroVan im Anschluss so richtig voll laden: Schlafsäcke, Campingkocher, für
jeden ein Zelt, zwei Notenbücher, Gitarre, Bettzeug, Surf- Stuff, eine riesige
Kühlbox für ungefähr 90 Dosen Tecate und zwei Säcke Eis, Beach- Wear und
Winterjacken, Taschenlampen, Feldbetten, Angeln, tragbare CD- Player und und und. Das Tüpfelchen
auf dem I ist ein Teppich, der unser mobiles Wohnheim erst so richtig gemütlich
macht.
Und so brechen
wir gegen 12:00 auf, erstes Ziel ist der Sequoia Park. Auf dem Weg zeigt sich
der Westen auf mannigfaltigste Weise, hier gibt es jede Menge Gegend.

Im Park
angekommen, stellt sich uns die einheimische Fauna in Form eines Sqoarwls persönlich
vor und spaltet unsere bis dahin einträchtige Dreisamkeit in zwei Lager.
Das eine (Olli und Erne) füttert das Vieh mit der Begeisterung 8- jähriger
Schulmädchen beim Anblick eines Pferdes (ach wie süß) mit Salzgebäck, das
andere ergeht sich in Ausführungen über Tiere als Überträger ansteckender
Krankheiten (alle abschießen).

Wie auch immer, das Sqoarwl freut sich und ist
nur schwerlich davon abzuhalten, als viertes Rad am Wagen unserem lustigen
Schulausflug beizuwohnen.
Weiter
geht’s, wir entern den Sequoia National Park. Bäche, Schluchten, Felsen,
Wasserfälle, Bäume, von allem jede Menge.

Und Klima
gibt’s hier. Im Tal noch Raubtierfütterung bei 73°F, oben dann
Glatteiswarnung bei Schneetreiben.
Etwas enttäuscht
sind wir von den Bäumen, dem dieser Park seinen Namen zu verdanken hat. Bei
Nebel sind die Dinger auch nur unwesentlich höher als die gemeine europäische
Krüppelkiefer. Aber wir sind ja auch nur knapp raus aus Hollywood, wo die
Illusion den Alltag betrügt.

Der arktischen
Temperaturen überdrüssig, treten wir den Rückzug an und mieten uns in einem
kleinen, gar nicht mal so feinen Motel kurz vorm Parkeingang ein. Der
Hausmeister, ein ca. 70- jähriger Strahlemann, glänzt mit Geschichten über
Germany, Hannover, 2 Jahre da gearbeitet, wahrscheinlich CIA, ganz große Welt.
Damit bestätigt er mal wieder unsere Erfahrung, dass jeder Ami entweder in
Heidelberg studiert, Verwandte in Köln oder zumindest eine Vorliebe für
deutsches Bier hat.
Nach Klärung
der Formalitäten wird noch rasch eine Pizza im örtlichen Stadtkern (Post,
Pizzaladen, Parkplatz) ausgefasst, dann geht es ab aufs Zimmer, Berichte ins
Netz stellen. Dies gestaltet sich überraschender Weise gar nicht so einfach, um
nicht zu sagen, wir scheitern kläglich. Trotz beinahe übermenschlicher
Anstrengungen führt kein Weg aus dem winzigen Kaff ins große weltweite Netz.
Licht aus,
schmollen, schlafen. Hätte der Weblurch vielleicht noch eine Idee gehabt? Egal!
Der nächste
Morgen versöhnt durch strahlend blauen Himmel. Was tags zuvor noch
schmuddeligen Hinterwald- Charakter hatte, präsentiert sich jetzt als
Kleinstadt- Idylle. Gestärkt durch American Breakfest beim örtlichen
Kriegsveteranen, der Vorgarten besticht durch ein Arrangement
unterschiedlichster Mobile mit Hubschraubern, Soldaten und Kampfjets, starten
wir den zweiten Versuch, den Park zu durchqueren.

Diesmal haut alles hin, und
erwartungsfroh setzten wir Kurs in Richtung San Francisco.

Die Fahrt gestaltet
sich unter Anderem durch Musikbeiträge aus dem Fond recht kurzweilig, und so
laufen wir, aus voller Brust den Klassiker „ If you’re going to San
Francisco“ interpretierend, in „The City“ ein.

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